30. Juni 2026
Wie lässt sich die Entwicklung eines Kindes umfassend beurteilen? Die Primarschule Wittenbach setzt auf vielfältige Rückmeldungen und Beobachtungen.
Schlussspurt
Mit dem Schulschluss geht für viele Kinder ein besonderes Kapitel zu Ende. Die letzten Schulwochen sind geprägt von Abschlüssen, gemeinsamen Aktivitäten, aufgeräumten Schulzimmern und dem Abschied von vertrauten Menschen. Manche Kinder freuen sich auf die Ferien, andere blicken mit etwas Wehmut auf das vergangene Schuljahr zurück. Ein besonderer Moment ist die Übergabe des Zeugnisses am letzten Schultag. Die kantonalen Vorgaben sehen vor, dass Schülerinnen ab der zweiten Primarklasse das Schuljahr mit einem Zeugnis und Noten abschliessen. Die Lehrpersonen stützen sich dabei auf vielfältige Beobachtungen, Rückmeldungen und Leistungsnachweise, die während des Schuljahres gesammelt wurden. Aus dieser Gesamteinschätzung leiten sie am Ende des Schuljahres die Zeugnisnote ab.
Verschiedene Formen der Leistungsbeurteilung
Viele Lehrpersonen in Wittenbach verzichten im Schulalltag inzwischen auf klassische Noten. Beurteilt und bewertet wird weiterhin, jedoch mit anderen Instrumenten. Seit Anfang 2022 können die Lehrpersonen selbst entscheiden, ob sie während des Schuljahres mit Noten arbeiten oder andere Formen der Leistungsbeurteilung einsetzen. Die meisten nutzen diese Möglichkeit bereits heute. Mit Beginn des neuen Schuljahres im August wird die Beurteilung an der Primarschule Wittenbach ohne klassische Noten erfolgen. Die Erfahrungen in den vergangenen Jahren zeigen, dass Schülerinnen dadurch differenziertere und lernorientiertere Rückmeldungen erhalten.
Gesamteinschätzung zeigt Entwicklung
Die Leistungsbeurteilung stützt sich auf vielfältige Beobachtungen und Lernnachweise. Dazu gehören Gespräche, Beobachtungen im Unterricht, Arbeitsprodukte, Tests, Lernportfolios sowie Kompetenz- und Kriterienraster mit klar definierten Lernzielen. Im Mittelpunkt stehen der individuelle Lernprozess und die kontinuierliche Rückmeldung. Lehrpersonen beobachten die Leistungen und Lernfortschritte der Kinder laufend, dokumentieren diese und besprechen sie regelmässig mit ihren Schülerinnen. Auf dieser Grundlage entsteht eine differenzierte Gesamteinschätzung, die aufzeigt, welche Kompetenzen bereits erreicht wurden und wo weiteres Entwicklungspotenzial besteht.
Lernkompass macht Fortschritte sichtbar
Damit auch Eltern den Lernweg ihres Kindes besser mitverfolgen können, wird in allen Klassen der sogenannte Lernkompass eingesetzt. Darin sammeln die Kinder und Lehrpersonen verschiedene Arbeiten aus dem Schulalltag sowie Leistungsnachweise. Die Mappe dokumentiert die Entwicklung und macht die Fortschritte der Kinder sichtbar. So entsteht ein umfassendes Bild des Lernens, das weit über eine einzelne Note hinausgeht.
Claudia Frei und José Lorca, Co-Rektorat


