23. Juni 2026
Schulentwicklung ist mehr als ein einzelnes Unterrichtsmodell. Sie ist ein fortlaufender Prozess, der die Schule in verschiedenen Themen weiterbringt.
Trotz der vergangenen kontroversen Diskussionen rund um die Initiative «Schulentwicklung für unsere Kinder» herrschte in einem Punkt Einigkeit: Unsere Schule muss sich weiterentwickeln. Doch was heisst das konkret? In letzter Zeit wurde Schulentwicklung oft eng mit dem altersdurchmischten Lernen verknüpft. „Schulentwicklung ist viel mehr als ein einzelnes Modell“, betont José Lorca, Rektor der Primarschule Wittenbach. „Sie umfasst die Bereiche Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung und diese greifen stets ineinander.“

Ein Prozess im Grossen und im Kleinen

Schulentwicklung zeigt sich in langfristigen Projekten als auch im täglichen Schulalltag. „Wir beschäftigen uns mit Fragen, die morgen oder auch in zehn Jahren relevant sind“, erklärt Lorca. So gehören übergeordnete strategische Überlegungen, beispielsweise über Projektunterricht, Elternarbeit oder Lernorte zur Entwicklungsarbeit. Sie zeigt sich aber auch im täglichen Unterricht, wenn Lehrpersonen ihre Methoden anpassen, bei Klassenprojekten oder in der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Förderlehrpersonen. „Schlussendlich geht es bei der Schulentwicklung um Antworten auf Fragen und Herausforderungen, die die Lehr- und Lernprozesse sowie Rahmendbedingungen weiterentwickeln, damit die Kinder bestmöglichst gefördert und gefordert werden.“ Die Primarschule Wittenbach orientiert sich bei dieser Aufgabe am vor fünf Jahren erarbeiteten Zukunftsbild.

Gemeinsam denken und gestalten

Entwicklungsimpulse können aus unterschiedlichen Richtungen kommen: Lehrpersonen, Schulleitungen, Bildungskommission, Eltern, kantonale Vorgaben oder gesellschaftliche Veränderungen können beispielsweise Anstoss für die Bearbeitung einer Thematik geben. Für eine systematische Auseinandersetzung mit der Umsetzung des Zukunftsbildes gibt es eine schulinterne Qualitätsgruppe aus Lehr-, Fach- und Leitungspersonen. Mitarbeitende können sich zudem in Arbeits- und Austauschgefässen engagieren. „Wir schaffen Möglichkeiten, damit unsere Mitarbeitende sich einbringen und die Schule mitgestalten können“, so Lorca. „Viele nutzen diese Chance aktiv.“

Von der Idee in die Praxis

Ein konkretes Beispiel, wie in der Primarschule ein Schulentwicklungsthema bearbeitet werden kann, ist die Elternarbeit. Durch das Bedürfnis, den Dialog mit den Eltern über die jährlichen Elterngespräche hinaus zu stärken, erarbeiteten Eltern, Schulführung und Lehrkräfte mit einer externen Fachperson ein Elternratskonzept. Daraus ging der heutige Elternrat hervor. „Dank diesem Gefäss entwickelte sich die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen Eltern und Primarschule wertvoll weiter, die sich heute in diversen Aktivitäten zeigt“, freut sich Lorca.
Schulentwicklung ist kein Projekt mit Enddatum, sondern eine dauernde Aufgabe. Denn die Anforderungen an Schule und Gesellschaft verändern sich laufend. Im Zentrum bleibt dabei stets das gleiche Ziel: Kinder sollen sich in der Schule weiterentwickeln, gerne lernen und bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet werden.