20. Januar 2026
Die Altersversorgung steht vor Herausforderungen. Wittenbach stellt zusammen mit den Gemeinden Berg, Häggenschwil und Muolen die Weichen für eine zukunftsfähige Alterspolitik.
Die steigende Lebenserwartung, der wachsende Anteil älterer Menschen, ein spürbarer Fachkräftemangel sowie veränderte Bedürfnisse der Seniorinnen stellen Gemeinden vor grosse Herausforderungen. Auch Wittenbach beschäftigt sich mit diesen Entwicklungen und der Frage, wie die Gemeinde die Versorgung im Alter künftig gestalten soll.
Grundlagen und erste Schritte
Im Jahr 2022 hat der St.Galler Kantonsrat das neue Altersleitbild verabschiedet. Es definiert zentrale Handlungsfelder wie «Wohnen und Sozialraum», «Gesundheitsversorgung und -vorsorge» sowie «Unterstützung, Betreuung, Pflege». Dieses Leitbild dient dem Kanton und den Gemeinden als Grundlage für die Weiterentwicklung ihrer Alterspolitik. Zur Umsetzung des neuen Altersleitbilds bot der Kanton gezielt Unterstützung für zwei Pilotgemeinden an. Wittenbach war eine dieser Pilotgemeinden und wurde bei der Vorbereitung und Planung der künftigen Angebotsgestaltung im Altersbereich begleitet.
Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt
In Sensibilisierungsworkshops und anhand kantonaler Planungsmodelle wurde deutlich: Die heutige Versorgung ist stark auf den stationären Bereich geprägt. Viele Seniorinnen mit eher tiefen Pflegestufen leben bereits in Alterszentren. Gleichzeitig zeigen Hochrechnungen, dass sich der Bedarf an Pflegeplätzen in den nächsten 20 Jahren verdoppeln würde, sofern am bestehenden Versorgungsmodell festgehalten wird. Die zentrale Erkenntnis daraus: Es braucht ein Umdenken. Ambulante und intermediäre Angebote wie «Wohnen mit Dienstleistungen» müssen gezielt ausgebaut werden. Investitionen in diese Bereiche ermöglichen es, die Versorgung im Alter auch in Zukunft sicherzustellen, ohne zusätzliche kostenintensive Pflegeplätze zu schaffen.
Gemeinsam in die Zukunft - Projektidee "Sittervita"
Die Angebotsgestaltung neu zu denken heisst auch, über Gemeindegrenzen hinauszudenken und die Herausforderungen regional, statt lokal anzugehen. Deshalb arbeitet Wittenbach gemeinsam mit den Gemeinden Berg, Häggenschwil und Muolen an der regionalen Projektidee „Sittervita“. Das Ziel ist die Stärkung des ambulanten Bereichs und eine koordinierte Angebotsgestaltung in der Altersversorgung. In dieses Projekt sollen auch regionale Anbieter wie das Alterszentrum Kappelhof, die Spitex RegioWittenbach oder die Pro Senectute eingebunden werden.
Wittenbach stellt damit zusammen mit den Gemeinden Berg, Häggenschwil und Muolen frühzeitig die Weichen, um auf die kommenden Herausforderungen in der Altersversorgung gut vorbereitet zu sein.


