20. Januar 2026
Der Gemeinderat prüft ein Pilotprojekt zum altersdurchmischten Lernen (AdL) in der Primarschule. Die Grobkostenschätzung für eine vier- bis fünfjährige Pilotphase liegt bei etwa 300’000 Franken. Diese und weitere Grundlageninformationen erhielten Vertreterinnen der Ortsparteien und Interessengruppen vergangene Woche.
Der Gemeinderat hat letzte Woche Vertreterinnen der Ortsparteien, des Initiativkomitees «Schulentwicklung für unsere Kinder» sowie der Interessengemeinschaft (IG) «für’d Zuekunft vo üsne Chind» zum zweiten Informations- und Austauschanlass eingeladen. Im Zentrum stand ein mögliches Pilotprojekt zum altersdurchmischten Lernen (AdL) im Rahmen der Schulentwicklung der Primarschule. Die Teilnehmenden erhielten weitere Grundlagen insbesondere zum Raumbedarf nach Schulmodell und Grobkosten eines AdL-Pilots. Mit dem Anlass wollte der Gemeinderat transparent informieren und ein Stimmungsbild dazu einholen, ob die Idee eines AdL-Pilotprojekts grundsätzlich begrüsst wird.
Raumbedarf nicht ausschlaggebend für Schulmodell
Im Auftrag der Gemeinde untersuchte das Ingenieur- und Beratungsbüro Basler & Hofmann den Raumbedarf der beiden Schulmodelle Jahrgangsklassen und Mehrjahrgangsklassen. Die Berechnungen basieren auf dem kantonalen Richtraumprogramm, das Anzahl und Grösse der Räume festlegt. Gemäss den Ausführungen von Friederike Pfromm von Basler & Hofmann benötigt das Schulmodell mit Mehrjahrgangsklassen in kleineren Schulhäusern leicht weniger Raum, in mittleren Schulhäusern minimal mehr und in grösseren Schulhäusern gleich viel Raum wie das Modell mit Jahrgangsklassen. „Insgesamt sind die Abweichungen sehr gering“, betont Pfromm, „Der Raumbedarf ist daher kein entscheidender Faktor bei der Frage des Schulmodells.“
Grobkosten eines AdL-Pilotprojekts
„Ein Pilotprojekt klärt offene Fragen und zeigt auf, ob altersdurchmischtes Lernen ein geeignetes Schulmodell für Wittenbach sein könnte“, erklärt Thomas Meister, Gemeinderatsmitglied und Schulpräsident. Die Grobkosten für einen solchen Pilot werden auf 59’000 - 72’500 Franken pro Pilotjahr geschätzt. Die vorgesehene Dauer würde bei vier bis fünf Jahren liegen, was Gesamtkosten von rund 300’000 Franken ergäbe. Gemäss den Ausführungen von Meister sind in dieser Berechnung die externe Begleitung und Evaluation des Pilotprojekts, der Zusatzaufwand für Lehrpersonen und Schulleitung, Weiterbildungs- und Befähigungsmassnahmen, Informationsveranstaltungen sowie eine allfällige höhere Lektionenauslastung enthalten. Bauliche Massnahmen wären nicht notwendig.
Weiteres Vorgehen
Die Parteien und Interessengruppen haben die Möglichkeit, bis Ende Januar eine Rückmeldung zu geben, ob sie ein AdL-Pilotprojekt im Grundsatz befürworten. Der Gemeinderat wird schliesslich Anfang Februar über die Durchführung eines Pilots entscheiden. Die Initiative «Schulentwicklung für unsere Kinder» sieht wissenschaftlich begleitete und kostenbewusste Pilotversuche ausdrücklich vor. Um den Lehrpersonen möglichst rasch Klarheit über einen allfälligen Pilot zu geben, erfolgt der Gemeinderatsentscheid unabhängig zur Lancierung der Initiative.

